zum Gedenken an Hans Dackweiler Nachruf des Bundesverbandes anthroposophisches Sozialwesen Anthropoi

Hans Dackweiler (1927 – 2017)

Am 02.09.1927 wurde Hans Dackweiler in Bonn als Sohn eines Juristen und einer Hausfrau geboren. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs musste er in noch jungen Jahren als Soldat dienen. Nach einer Verwundung schied er aus dem Kriegsdienst aus und floh in seine Heimatregion.
1955 erwarb er das Abitur und ging dann in eine Bildhauerlehre bei Heising, Schlick, van Ackeren und Kniebe. Danach arbeitete er als Werklehrer an der Freien Waldorfschule Krefeld (1956 – 1963) und in der Camphill-Dorfgemeinschaft Lehenhof (1964 – 1970).
1971 begründete Hans Dackweiler die Dorfgemeinschaft Lautenbach in Herdwangen-Schönach, die mittlerweile als Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit verschiedenen Standorten auf 200 Menschen mit Assistenzbedarf und über 200 Mitarbeiter angewachsen ist. Aus ihr heraus hat sich auch die Dorfgemeinschaft Tennental in Deckenpfronn gegründet.
Von 1984 bis 1989 war Hans Dackweiler Mitglied im Vorstand des Verbandes anthroposophischer Einrichtungen für Heilpädagogik und Sozialtherapie, einem der Vorgänger von Anthropoi Bundesverband. Danach war er Mitglied des Verbandsrates und hat sich im damaligen Arbeitskreis Rechtsleben engagiert. Über viele Jahre war er in der internationalen Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie in Dornach aktiv. Mit den legendären Werkmeistertagungen hat er das Fundament für den Fachbereich Arbeitsleben gelegt.
Er lehrte als Dozent in der Fort- und Weiterbildung und begleitete seit 1995 den Aufbau der Ausbildung am anthroposophischen Institut für Heilpädagogik und Sozialtherapie in St. Petersburg.
Mit seinem Buch „Gedanken zum Wesen handwerklicher Arbeit“ (1996) hat er wichtige Grundlagen für den Unterricht und die Werkstattarbeit im sozialtherapeutischen Zusammenhang geschaffen. Persönliche Erfahrungen und spirituelle Erkenntnisse seiner langjährigen Arbeit hat er in dem Buch „Dann brauchst Du einen Freund: Erlebnisse und Einsichten aus der Sozialtherapie“ (2012) verarbeitet.
Hans Dackweiler verstarb, von einer Pneumonie geschwächt, am frühen Morgen des 02.03.2017 im Altenheim Heinrich-Zschokke-Haus in Düsseldorf.