Von Carsten Eigner, Lauterbacher Anzeiger vom 15.November 2017

KONZERT Frauenband „Sista“ sorgt für Stimmung im jüngst renovierten „Schmidts“ Saal in Stockhausen

STOCKHAUSEN – Es war eine Premiere nach Maß: Ein ausverkauftes Haus, ein begeistertes Publikum, und vier außergewöhnliche Musikerinnen brachten den jüngst renovierten „Schmidts“ Saal in Stockhausen sprichwörtlich zum Beben. „Wir sind hocherfreut, dass wir es mit Ihrer Hilfe geschafft haben, diesen wunderschönen Saal zu füllen“, stellte Helga Poth fest.

Die Eichenzellerin ist neben ihren Bandkolleginnen Petra Lange, Juliane Jorden und Birgit Heibutzki eine der vier ausgezeichneten Individualistinnen der Frauenband „Sista“. Jede von ihnen verfügt über (teilweise internationale) Bühnenerfahrung als Sängerin, Leadgitarristin, Violinistin oder Gesangscoach – das merkte man gleich bei den ersten Titeln. Die hervorragende Akustik in „Schmidts“ Saal trug ebenfalls ihren Teil zum Gelingen des Konzerts bei.

Ohne Katzenjammer, dafür aber mit einem Hit der gleichnamigen norwegischen Folk-Rock-Damenband, starteten „Sista“ in ihr Konzert. „I Will Dance (When I Walk Away)“ ging ins Ohr und stimmte die Besucher bereits auf die kommenden eineinhalb Stunden ein. Die Themen von „Sista“ sind emotional – Liebe, Lust und Leidenschaft ziehen sich durch ihre Lieder. Das kam bei ihrem Auftritt sehr unterschiedlich rüber: Manchmal rockig, bisweilen auch melancholisch. Oder ganz hintergründig humorvoll. So bei „Du erinnerst mich so sehr an Torsten Schmidt“ von Annett Louisan – nach den Worten von Helga Poth gewidmet „der einen Person, die mich immer geärgert hat und mir eines Tages in der Bahn gegenübersaß.“ Eine Person namens Torsten Schmidt saß an dem Abend übrigens nicht im Publikum – anders als bei einem früheren Auftritt, wie Helga Poth schmunzelnd berichten konnte.

Doch die vier musikalischen Damen konnten auch ganz berührend daherkommen. „Just When I Needed You Most“ – „Du hast mich verlassen, als ich dich am meisten gebraucht habe“, davon handelte die 1979 verfasste Single von Randy VanWarmer. Speziell für die starken Männer, die hinter ebenso starken Frauen stehen, hatte das Quartett „What’s a Woman“ der belgischen Gruppe „Vaya Con Dios“ im Gepäck. Natürlich war auch für Romantik gesorgt mit „How wonderful you are“ von Gordon Haskell. Manch einen der Beiträge hatte „Sista“ aus dem jahrelangen musikalischen Tun der Mitglieder mitgebracht. So stammte „Inside Emotion“ von einem Auslandssemester in Minnesota. Und nicht nur auf Deutsch und Englisch, sondern auch einmal auf Spanisch wurde mit „Gracias a la vida“ von Violeta Parra gesungen.

Kein Zweifel – das laut Ankündigung „musikalische Feuer in sich, das jeden Zuhörer infizieren kann“ war am Ende auf jeden im Publikum übergesprungen und hatte in dem neuen Stockhäuser Kulturzentrum hell aufgelodert.

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