neuer HEP-Kurs startet im August 2017 Xenos-Kurs

19 junge Menschen haben sich auf den Weg gemacht, Heilerziehungspfleger zu werden. Mit „Xenos“ erhielt der Kurs einen vieldeutigen und aktuellen Namen. Einige dieser Aspekte hörten die Auszubildenden zu Beginn in einem kleinen Vortrag, bevor sie in ihre erste Ausbildungswoche starteten.

Xenos heißt ins Deutsche übersetzt fremd, der Fremde aber auch der Gast.
Die Begegnung mit dem Fremden ist ein aktuelles Thema unserer Zeit, das bei den Menschen unterschiedlichste Reaktionen hervorruft. Ein Mensch, der auch die meiste Zeit seines Lebens ein Fremder war und dem Fremden begegnete, war der griechische Philosoph Xenophanes. Er hat im Zeitraum von 570 bis 470 vor Christus gelebt. Er war dann über 60 Jahre auf Wanderschaft durch Griechenland und auch durch Ägypten und hat dabei gewiss vielfältige Begegnungen mit dem Fremden gehabt, war selbst ein Fremder und Gast und hat viele Eindrücke gewonnen.

Xenophanes war in seinem philosophischen Ansatz seiner Zeit weit voraus. Er nimmt Ideen der Religionskritik, des Rationalismus und der Aufklärung in seinen Schriften vorweg. Er wendet sich von den traditionellen griechischen Göttern ab, die er als vermenschlichte Abbilder der sozialen Rollen in der damaligen griechischen Gesellschaft sieht und vertritt einen Monotheismus. Das heißt er vertritt die Idee, dass es nur einen Gott gibt, der ewig, einheitlich, unbeweglich und von vollkommener Gestalt ist. Diese Gestalt stellt er sich als Kugel vor. Wesentlich ist, dass er sagt, es gibt nur einen Gott, der mit des Geistes Denkkraft alles bewegt. Hier zeichnet sich nämlich ein Umbruch ab. Nicht mehr das Sozialverhalten und die Traditionen sollen in Zukunft an erster Stelle stehen, sondern die Kraft des Geistes, der Vernunft, des Intellektes.

Er vertritt nämlich die Ansicht, dass wir Menschen unvollkommen und fehlbar sind und daher eine objektive Wahrheit niemals vollständig erfassen können, sondern uns der Wahrheit in einzelnen Aspekten immer nur annähern können. Wir können uns also demnach nicht einfach hinstellen und sagen: ich habe recht und du hast unrecht. Er schreibt selbst: „ Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen ….. selbst wenn es einem einst glückt, die vollkommene Wahrheit zu künden, wissen kann er sie nie. Es ist alles durchwebt von Vermutung.“
Er sagt damit, selbst wenn ein Mensch in einem unwahrscheinlichen Fall einst die vollkommene Wahrheit spricht, wüsste er in seiner Unvollkommenheit nicht, dass es so ist und auch keiner seiner Zuhörer würde es wissen.