Heilerziehungspflege - Nachqualifikation oder Umschulung praxisintegriert neue Wege finden

Ablauf

Die dreijährige Ausbildungszeit verläuft praxisintegriert. Das bedeutet, dass Sie durchgehend in einer Einrichtung der Behindertenhilfe tätig sind. Aufgrund der zusätzlichen Belastung genügen 20 Wochenstunden in der Praxis. Wir empfehlen maximal 30 Wochenstunden. An elf Blockwochen pro Jahr besuchen Sie Präsenzseminare an unserer Fachschule in Stockhausen. Einige Seminarinhalte werden Sie von zu Hause aus oder in der Einrichtung, in der Sie tätig sind, bearbeiten.

Inhalte

Die Auszubildenden sollen ihren späteren Beruf mit Initiativkraft, Kreativität und Interesse am anderen Menschen sowie der Fähigkeit zur Reflexion und Selbsterziehung ausüben können. Diese Kompetenzen erlangen sie im Ausbildungsverlauf, in dem verschiedene, aufeinander aufbauende Schwerpunkte gesetzt werden. Neben dem fachtheoretischen Unterricht ermöglichen verschiedene künstlerische Angebote wertvolle Erfahrungen und wirken persönlichkeitsbildend. Der Inhalt der Ausbildung entspricht dem Curriculum für Fachschulen für Sozialwesen des Hessischen Kultusministeriums.

1. Ausbildungsjahr: Wahrnehmen und begleiten

  • Grundlagenkenntnisse in Menschenkunde, Pflege, Berufskunde
  • Allgemeinbildende Inhalte wie Wirtschaft, Soziologie, Deutsch
  • Grundlagen in der Ernährungslehre
  • Wahrnehmungsschulung durch künstlerische Kurse
  • Künstlerische Projektwoche, Projektarbeit im ersten Jahr

2. Ausbildungsjahr: Begegnung und Assistenz gestalten

  • Vertiefende Seminare z.B. in Medizin, Heil-und Behindertenpädagogik, Psychiatrie
  • Fortsetzung von Unterrichtsinhalten wie Deutsch und Soziologie
  • Supervision
  • Projektarbeit pädagogische Medien

3. Ausbildungsjahr: Fachkenntnisse vertiefen und eigenverantwortlich handeln

  • Vertiefung in z.B. Rechtskunde, Dokumentation, Erwachsenenbildung
  • Vertiefung im Bereich Frühförderung, Pflege, unterstützte Kommunikation
  • Vertiefung der eigenen künstlerischen Tätigkeit
  • Künstlerische Präsentation
  • Projektarbeit im dritten Jahr

Methoden und Ziele

Wir möchten, dass Sie sich möglichst eigenständig mit den Fragestellungen des Unterrichts auseinandersetzen und ihren Lernprozess selbst steuern können. Mit Gesprächen im Kurs, Gruppenarbeiten, Referaten, Übungen und Projektarbeiten unterstützen die DozentInnen methodisch das eigenständige Lernen der Teilnehmenden. Es geht uns darum, einen Prozess anzustoßen, in dem die Teilnehmenden vielfältige Fähigkeiten entwickeln. Wie lerne ich zuzuhören und zu beobachten? Welche Bedeutung hat meine Kommunikationsfähigkeit? Wie begegne ich den anderen? Und auf welcher Grundlage komme ich zu eigenständigen Urteilen und Erkenntnissen? Praktika und Projekte werden intensiv begleitet, dazu gehört auch eine sorgfältige Vor- und Nachbereitung. Regelmäßige Supervision sichert die Qualität des Unterrichts.

Abschluss

Am Ende der dreijährigen Ausbildungszeit stehen ein fachtheoretischer Abschluss mit schriftlichen und mündlichen Klausuren und ein fachpraktischer Abschluss mit einer methodischen Prüfung (Kolloquium).