Campus Fachschule Basisinformationen für alle Ausbildungsbereiche

Gute Ausbildung für eine soziale Zukunft

Seit 1991 bilden wir HeilerziehungspflerInnen aus. In den Anfängen war die Ausbildung getragen durch die Gemeinschaft Altenschlirf, einer Lebens- und Arbeitsgemeinschaft, die derzeit 120 Menschen mit Hilfebedarf auf Grundlage des anthroposophischen Menschenbildes fördert und begleitet. In Seminarform wurde vor allem jungen Menschen eine Ausbildung in dem lebensnahen Umfeld einer Gemeinschaft mit Menschen mit Hilfebedarf ermöglicht.

Im Laufe der Zeit entwickelte sich der Seminargedanke weiter – und heraus kam die Siegfried-Pickert-Fachschule für Sozialwirtschaft, die 2004 die staatliche Anerkennung erlangte.

Seitdem werden hier jährlich Heilerziehungspflegerinnen und Heilerziehungspfleger ausgebildet – Menschen, die dringend in den Einrichtungen der Behindertenhilfe gebraucht werden.


Heilerziehungspflege ist Begegnung

Das Schlüsselwort, an dem wir uns in der Ausbildung orientieren, ist „Begegnung“ – die gleichberechtigte, achtungsvolle und verantwortungsbewusste Begegnung von Menschen.

Somit steht die Persönlichkeit und deren Entwicklungschancen im Mittelpunkt unseres Bildungsortes.

Warum das so ist?
In der Begegnung, da bin „Ich“ und da ist der oder die „Andere“. Entscheidend ist für beide die jeweils eigene persönliche Haltung im Moment der Begegnung. Die persönliche Haltung, sowohl sich selbst, als auch dem Anderen gegenüber zu reflektieren, erweitern, zu gewichten und verändern, ist Teil des Ausbildungsprozesses. An der eigenen Haltung zu arbeiten, ist Persönlichkeitsarbeit, sie ist anstrengend, befreiend und nötig für authentische Begegnungen.


Praxis, Austausch, Kreativität

In unseren Seminaren und Veranstaltungen setzen wir auf drei essenzielle Erfahrungsebenen.

Zum einen die praktische Erfahrung, die wir aus unseren jeweiligen Tätigkeitsfeldern im Kontakt zu den Menschen mit Hilfebedarf mitbringen – sie ist der authentische Boden für unsere gedankliche und verbale Reflexion.

Zum zweiten tauschen wir uns über unsere gemachten Erfahrungen aus, lernen uns gegenseitig zu beraten, und eignen uns notwendiges, fachliches Wissen an.

Dieses Spannungsfeld zwischen Praxis und Theorie, zwischen Handeln und Reflexion, will gestaltet werden. Um gestalten zu können, braucht es Wahrnehmungsfähigkeit und Kreativität. Diese fördern wir in der künstlerischen Auseinandersetzung mit einem Thema. Theater, Malerei, Tanz und Gesang, um nur einige zu nennen, sind Erlebnisse, in denen wir uns, und in Folge auch andere, auf ungeahnte Weise neu kennen lernen und reichhaltiger begegnen können.

Diese künstlerische Erfahrung ist das dritte Element unserer Ausbildung. Sie verbindet die Praxis mit der Theorie, und stellt die Handelnden in den Mittelpunkt.


Den ganzen Menschen sehen

In unseren Seminaren führen wir die Lebensbereiche Erkenntnis, Kunst  und Praxis zusammen. Diese triale Ausbildung spornt AusbilderInnen und Auszubildende gleichermaßen an, auch weiterhin offen zu sein, zu forschen und sich auseinander zu setzen mit Anderen, auch gut zu streiten, wo das notwendig ist – nur so können fruchtbare Begegnungen stattfinden.
Unser Verständnis von Bildung umfasst eben alle Aspekte persönlicher Fähigkeiten und schafft Vertrauen in die eigenen Entwicklungspotentiale.

Begegnung ermöglicht Beziehungen, sich in Beziehung setzen und einen Bezug haben zu Etwas oder Jemandem.
Und wir brauchen diese Fähigkeit gute Beziehungen zu knüpfen – in unserer Gesellschaft und letztendlich weltweit – dringend für eine optimistische Zukunftsvision.



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