Was wir wollen

Bildung gestalten

Wir möchten Menschen in Einrichtungen der Behindertenhilfe aus- bzw. weiterbilden, damit sie als Fachkräfte und Helfer Menschen mit einer Behinderung begleiten und unterstützen können. Ziel ist es, die begleiteten Menschen in ihrer Eigenständigkeit und individuellen Entwicklung zu stärken und zu einer möglichst selbstständigen Lebensführung und zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu befähigen.

Bildung ist mehr als Wissen

Soziale Arbeit ist vorwiegend handlungswissenschaftlich orientiert – deshalb bedeutet Bildung für uns nicht nur die Aneignung von theoretischem Wissen. Bildung heißt, einen gemeinsamen Prozess zu gestalten, der den Einzelnen zur vorurteilsfreien Wahrnehmung und zum bewussten Tun anregt. Das erworbene Fachwissen ermöglicht es, die verschiedenen Aspekte des beruflichen Handelns zu erkunden und zu bewerten.

Grundlegend für unsere Arbeit ist das anthroposophische Menschenbild, das den Menschen als geistiges, seelisches und körperliches Wesen betrachtet. In den Seminaren wird dieser Blick aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus entwickelt und für ein besseres Verständnis der individuellen Lebensmotive von Menschen mit Behinderungen fruchtbar gemacht. In der Auseinandersetzung mit Heil- und Behindertenpädagogik, Psychologie, Medizin oder Pädagogik betrachten wir dieses Menschenbild auch im Kontext anderer sozialwissenschaftlicher Modelle.

Erkenntnis – Kunst – Praxis: die Triale Methode

Um in der sozialtherapeutischen Arbeit Entwicklung zu ermöglichen, muss in der Begegnung zwischen Auszubildenden und Menschen mit Hilfebedarf ein schöpferischer, sozialkünstlerischer Prozess entstehen. Daher sind die Aus-, Fort und Weiterbildungen trial angelegt, mit den Schwerpunkten Erkenntnis – Kunst – Praxis.

Im künstlerischen Tun und Erleben erwerben die SeminaristInnen die persönlichen Voraussetzungen zur Gestaltung eines solchen Prozesses. Künstlerisches Üben, etwa das Proben und Aufführen eines Theaterstückes in der Lerngruppe, fördert auch soziale Kompetenzen, die für eine konstruktive Zusammenarbeit im Team nötig sind. Die künstlerischen Fächer, darunter auch Plastizieren, Singen, Malen oder Eurythmie, sind themenübergreifend in die Aus- und Weiterbildung eingegliedert.

Fähigkeiten entwickeln, Lernprozesse steuern

Die DozentInnen bieten verschiedene Unterrichtsmethoden wie Gespräche im Kurs, Gruppenarbeiten, Referate, Übungen oder Projekte an. Alle Lernformen wollen nicht nur Inhalte, sondern auch Methoden zur selbständigen Bearbeitung von Fragestellungen vermitteln. So entwickeln die Auszubildenden Fähigkeiten zur Erkenntnisbildung, die Fähigkeit des Zuhörens und Beobachtens und Kommunikationsfähigkeit – und können nach und nach den eigenen Lernprozess selbst gestalten und steuern.

Bei der praxisintegrierten Ausbildung übernehmen Fachschule und Praxisort unterschiedliche Schwerpunkte in der Kompetenzbildung – in ihrer Zusammenarbeit sollen sich fachtheoretische Kenntnisse und fachpraktische Erfahrung durchdringen.

Berufliche Zukunft sichern

Auch uns selbst betrachten wir als lernende Institution: Mithilfe eines Qualitätsverfahrens wollen wir unsere Fachschule ständig weiterentwickeln und verbessern.

Wir beobachten aktuelle Entwicklungen in der Behindertenhilfe und versuchen, sie durch die Ausbildungsinhalte aktiv mitzugestalten. Durch die Mitwirkung in Verbänden wie dem Paritätischen Bildungswerk oder der Landesarbeitsgemeinschaft der Heilerziehungspflege-Schulen entwickeln wir das Berufsbild weiter.

Durch die enge Zusammenarbeit mit vielen Einrichtungen erfahren wir, welche Fortbildungsthemen dort wichtig sind, aber auch, welche Fachkräfte wo gebraucht werden. Dadurch und durch unsere Jobbörse erhöht sich für unsere SeminaristInnen die Chance, einen festen Arbeitsplatz zu finden. Auch die von uns angebotene Nachqualifizierung innerhalb eines bestehenden Arbeitsverhältnisses kann helfen, dieses zu sichern. Wir beraten alle Teilnehmenden von der ersten Kontaktaufnahme bis zum Bildungs- bzw. Seminarabschluss über ihre beruflichen Möglichkeiten.